Nahost

Liveticker Iran-Krieg – OPEC verliert Schwergewicht: VAE verschieben Machtbalance im Ölmarkt

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg – OPEC verliert Schwergewicht: VAE verschieben Machtbalance im Ölmarkt

  • 29.04.2026 10:30 Uhr

    10:30 Uhr

    USA verschärfen Sanktionen gegen Iran – Druck auf Banken und China wächst

    Die US-Regierung will verbleibende Umgehungsmöglichkeiten der Iran-Sanktionen schließen und verschärft damit zugleich die Spannungen mit China. Das Finanzministerium in Washington warnt Banken und Finanzdienstleister vor möglichen Strafmaßnahmen, sollten sie Geschäftsbeziehungen zu sogenannten "Teekannen-Raffinerien" in der Volksrepublik unterhalten.

    Dabei handelt es sich um kleinere, unabhängige Anlagen, die Öl aus sanktionierten Ländern wie Iran günstig aufkaufen und zu Treibstoffen weiterverarbeiten. Medienberichten zufolge gehen rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte nach China.

    Das US-Finanzministerium erklärte, man gehe gezielt gegen zentrale Elemente der iranischen Finanz- und Handelsinfrastruktur vor – darunter der Zugang zu Kryptowährungen, die sogenannte Schattenflotte mit verschleierter Eigentümerstruktur, Netzwerke zur Waffenbeschaffung sowie die Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten.

    Dabei stünden chinesische "Teekannen"-Raffinerien im Fokus der Maßnahmen. Nach Darstellung von US-Finanzminister Scott Bessent habe Teheran dadurch Einnahmen in Milliardenhöhe verloren. Jede Form illegaler Geschäfte mit Teheran berge das Risiko, selbst Ziel von US-Sanktionen zu werden.

  • 09:50 Uhr

    OPEC verliert Schwergewicht: VAE verschieben Machtbalance im Ölmarkt

    Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erklärten, dass sie die OPEC verlassen werden, und versetzen dem Ölkartell damit einen schweren Schlag.

    Der unerwartete Austritt des drittgrößten OPEC-Produzenten schwächt zusätzlich ein Bündnis, das zwar rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion stellt, jedoch zunehmend unter internen Spannungen und dem wachsenden Einfluss der US-Ölförderung leidet, berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch.

    Die VAE befinden sich in einer vergleichsweise privilegierten Lage, da sie in der Lage sind, die Blockade in der Meerenge zu umgehen, indem sie mehr als die Hälfte ihrer Ölexporte durch das eigene Land leiten. Ein Austritt aus der OPEC würde ihnen mehr Freiheit geben, Investitionen zu tätigen, um ihre Produktion auszuweiten und sich an die ungewisse Zukunft der Wasserstraße anzupassen.

    In den letzten Jahren haben die VAE darum gebeten, im Rahmen der OPEC-Förderabkommen mehr Öl produzieren zu dürfen. Zugleich sind sie zunehmend weniger bereit zu Kompromissen, da sich ihre Beziehungen zum OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien – einem Nachbarn und gelegentlichen militärischen Partner – im Zuge der Konkurrenz um die regionale Führungsrolle verschlechtert haben.

    Der Austritt entzieht der OPEC rund 13 Prozent ihrer Förderkapazität, wie Zahlen der Internationalen Energieagentur zeigen, und schwächt damit die Fähigkeit der Organisation zur Marktsteuerung.

    Gemeinsam mit Saudi-Arabien gehören die VAE zu den wenigen Mitgliedern mit nennenswerter freier Förderkapazität – also jener Flexibilität, über die die Gruppe ihren Einfluss auf den Ölmarkt ausübt und auf Angebotsschocks reagieren kann.

    In den vergangenen Wochen haben OPEC-Produzenten intern beklagt, dass Angriffe Irans auf die Straße von Hormus ihnen ihre Rolle als zentraler Einflussfaktor für Preisschwankungen auf dem Ölmarkt genommen hätten. Die VAE haben während des Krieges den Hauptteil der iranischen Vergeltungsangriffe getragen. Iran hat mehr als 2.800 Drohnen und Raketen auf das Land abgefeuert – deutlich mehr als auf jedes andere Land im Persischen Golf oder sogar auf Israel.

    Diese Unabhängigkeit ermöglicht es dem Land zudem, Kapital gezielt in die Sicherung seiner Exportwege umzulenken – insbesondere durch massive Investitionen in landgestützte Pipelines, die die Straße von Hormus umgehen sollen und sicherstellen, dass das Rohöl ohne Unterbrechung durch maritime Engpässe oder iranische Bedrohungen die globalen Märkte erreicht.

  • 08:00 Uhr

    Trump lässt längere Seeblockade Irans vorbereiten

    Präsident Trump hat seine Berater angewiesen, Vorbereitungen für eine verlängerte Seeblockade Irans zu treffen, wie US-Beamte gegenüber dem Wall Street Journal (WSJ) erklärten. Ziel ist es, die Finanzquellen der Islamischen Republik auszuschalten – in einem riskanten Versuch, Teheran zu einer "nuklearen Kapitulation" zu zwingen, die es bislang konsequent abgelehnt hat.

    In jüngsten Treffen, darunter eine Diskussion am Montag im Situation Room, entschied sich Trump dafür, den wirtschaftlichen Druck auf Iran und seine Ölexporte fortzusetzen, indem der Schiffsverkehr zu und von iranischen Häfen unterbunden wird. Seiner Einschätzung nach wären seine anderen Optionen – die Bombardierungen wieder aufzunehmen oder sich aus dem Konflikt zurückzuziehen – mit größeren Risiken verbunden als die Aufrechterhaltung der Seeblockade, so Beamte laut WSJ.

    Am Dienstag zeigten die Vereinigten Staaten wenig unmittelbare Bereitschaft, auf einen neuen iranischen Vorschlag einzugehen, der den Krieg beenden und die Straße von Hormus wieder öffnen würde, ohne die Pattsituation im Hinblick auf das Atomprogramm der Islamischen Republik zu lösen.

    Das jüngste Angebot Irans wirkte "besser" als frühere Vorschläge, sagte Außenminister Marco Rubio am späten Montag, nachdem es von Präsident Donald Trump und seinem nationalen Sicherheitsteam erörtert worden war. Es gab jedoch kaum Anzeichen dafür, dass Washington bereit sein könnte, seine Seeblockade aufzugeben und das Angebot anzunehmen.

    Der iranische Vorschlag würde sich darauf konzentrieren, die Straße von Hormus – eine lebenswichtige Handelsroute, deren Schließung die Weltwirtschaft erschüttert hat – wieder zu öffnen und den Krieg zu beenden, den die USA und Israel vor zwei Monaten begonnen haben. Die schwierigen Atomverhandlungen sollen jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

  • 28.04.2026 21:21 Uhr

    21:21 Uhr

    Trump teilt gegen Merz aus: "Er weiß nicht, worüber er spricht"

    Auf seiner Plattform Truth Social hat Donald Trump gegen den Bundeskanzler ausgeteilt. Wörtlich schrieb der US-Präsident: 

    "Der Kanzler Deutschlands, Friedrich Merz, denkt, es sei okay für Iran, eine Atomwaffe zu haben. Er weiß nicht, worüber er spricht. Wenn Iran eine Atomwaffe hätte, würde er die ganze Welt als Geisel nehmen. Ich mache jetzt etwas mit Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon lange hätten machen sollen. Kein Wunder, dass es Deutschland sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht so schlecht geht."

    Ähnlich hatte sich kurz zuvor US-Außenminister Marco Rubio geäußert, der Irans Blockade der Straße von Hormus mit einer Atomwaffe gleichsetzte, mit der Teheran die Welt als Geisel halte. "Stellen Sie sich vor, dieselben Leute hätten Zugang zu einer echten Atomwaffe. Sie würden die gesamte Region als Geisel halten", so Rubio.

    Merz hatte am Montag die US-Strategie im Iran-Krieg mit ungewohnt deutlichen Worten kritisiert. Dabei bemängelte der Kanzler das Fehlen eines "strategischen Exits" und zog Parallelen zu den Einsätzen in Afghanistan und Irak. Merz kritisierte insbesondere, dass Washington die Partner vorab nicht "zurate gezogen" habe, und betonte, dass die iranische Führung die USA international demütige. Da die Iraner "stärker sind als gedacht", sieht der Kanzler für die "vertrackte Lage" derzeit keine schnelle Lösung.

  • 20:04 Uhr

    EU-Klimakommissar: Ausstieg aus fossilen Brennstoffen nach Iran-Krieg entscheidend für Energieunabhängigkeit

    Der EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra erklärte, die Energiekrise infolge des US-israelischen Krieges gegen Iran habe die wirtschaftliche und energiepolitische Notwendigkeit des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen unterstrichen.

    "Wir hatten bereits einen triftigen Grund, aus Klimaschutzgründen [von fossilen Brennstoffen] wegzukommen. (...) Jetzt haben wir ihn auch aus wirtschaftlichen Gründen und im Sinne der Energieunabhängigkeit", sagte Hoekstra bei den ersten globalen Gesprächen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Santa Marta, Kolumbien.

    Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag gefordert, dass sich die EU "mittelfristig" von Öl- und Gasimporten löst. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mache Europa "verwundbar". Stattdessen müsse man verstärkt auf Atomkraft setzen, so die Kommissionchefin.

  • 19:35 Uhr

    US-Senatoren zum Auslaufen der 60-Tages-Frist: "Kongress muss handeln"

    Republikaner im US-Senat haben angekündigt, dass das Weiße Haus dem Kongress für den Iran-Krieg Rechenschaft ablegen muss, sobald die gesetzliche Frist für die Einholung der Zustimmung des Kongresses abläuft.

    Die Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Senats, Susan Collins, erklärte gegenüber CNN, dass Donald Trump nach Ablauf der im "War Powers Act" festgelegten 60-Tage-Frist, die Ende dieser Woche ausläuft, "die Zustimmung des Kongresses einholen muss, andernfalls kann der Kongress den Krieg blockieren. Das sind die beiden Möglichkeiten, aber der Kongress muss handeln."

    Senator Mike Rounds, Mitglied im Ausschuss für die Streitkräfte, sagte gegenüber CNN, er wäre "überrascht", wenn Präsident Trump nicht eine Verlängerung der Frist für die Zustimmung des Kongresses um weitere 30 Tage beantragen würde. Dies könnte der Präsident rechtlich tun, wenn er die Notwendigkeit eines sicheren Truppenabzugs begründen kann.

    "Während dieser Zeit werden wir Fragen stellen", sagte Rounds und fügte hinzu, er erwarte, dass die Senatoren Kriegsminister Pete Hegseth im Laufe dieser Woche während des nichtöffentlichen Teils der Haushaltsausschusssitzung dazu befragen werden. "Wir wollen unbedingt Antworten erhalten, und wenn diese vertraulich behandelt werden müssen, dann ist das eben so", so der Senator.

  • 18:20 Uhr

    Rubio: Iran setzt Straße von Hormus als "wirtschaftliche Atomwaffe" ein (Video)

    US-Außenminister Marco Rubio hat die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus mit einer Atomwaffe gleichgesetzt, mit der Teheran die Welt als Geisel halte. Im Gespräch mit dem Fox News Channel warf er der iranischen Führung vor, offen mit der Blockade der weltweiten Energieversorgung zu prahlen. "Stellen Sie sich vor, dieselben Leute hätten Zugang zu einer echten Atomwaffe. Sie würden die gesamte Region als Geisel halten", so Rubio.

    Hingegen rechtfertigte er die von den USA verhängte "Blockade gegen iranische Schifffahrt" als notwendige Reaktion. Laut dem Minister diene das Vorgehen der USA dazu, ein "illegales System von Gebühren und Kontrolle" in der Meerenge zu brechen, welches von iranischer Seite ausgeübt werde.

  • 18:06 Uhr

    Trump: "Iran informierte uns, dass er sich im Zusammenbruch befindet"

    US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag bei seinem Onlinedienst Truth Social behauptet, Iran habe den USA gegenüber zugegeben, sich in einem "Zustand des Zusammenbruchs" zu befinden.

    Wörtlich schrieb Trump:

    "Iran hat uns soeben mitgeteilt, dass er sich in einem 'Zustand des Zusammenbruchs' befindet. Er fordert uns auf, die Straße von Hormus so schnell wie möglich zu öffnen, während er versucht, seine Führungssituation zu klären."

    Wer genau ihm gegenüber so etwas gesagt haben will, legte Trump nicht offen. Das Weiße Haus hat Anfragen mehrerer Medien nach einer Konkretisierung zur Stunde nicht beantwortet.

  • 17:51 Uhr

    Weltbank erwartet Energiepreis-Anstieg um 24 Prozent im laufenden Jahr

    Laut einer Prognose der Weltbank wird der Iran-Krieg zu einem Anstieg der Energiepreise um 24 Prozent bis Ende 2026 führen. Erwartet wird ein durchschnittlicher Preis für die Ölsorte Brent von 86 Dollar pro Fass, nach 69 Dollar im Vorjahr. Die gegenseitigen Angriffe auf die Energieinfrastruktur und die Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus haben demnach den größten Ölversorgungsschock der Geschichte ausgelöst.

    Der Preisanstieg wird zudem weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft haben, stellen die Ökonomen in Aussicht. Am härtesten werde es die ärmsten Menschen treffen. Indermit Gill, Chefökonom der Weltbank, sagte am Dienstag:

    "Der Krieg trifft die Weltwirtschaft in mehreren Wellen: zuerst durch höhere Energiepreise, dann durch höhere Lebensmittelpreise und schließlich durch eine höhere Inflation."

    Die Preise für Düngemittel dürften dem Bericht zufolge um 31 Prozent steigen. Dies bedrohe künftige Ernten und könnte laut dem Welternährungsprogramm in diesem Jahr bis zu 45 Millionen weitere Menschen in akute Ernährungsunsicherheit stürzen.

  • 17:34 Uhr

    Libanon: Bereits 2.534 Menschen bei Angriffen Israels getötet

    Nach aktualisierten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit dem 2. März bei israelischen Angriffen mindestens 2.534 Menschen getötet und 7.863 verletzt.

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