
Kaliningrad-Blockade: Moskau warnt vor Atomwaffen und "sehr kurzem Krieg"

Bereits am 28. September hatte die russische Botschaft in Belgien erklärt, der "abenteuerliche und unverantwortliche Kurs" der NATO erhöhe die Gefahr einer direkten bewaffneten Auseinandersetzung mit Russland. Nun legte die russische Botschaft in Irland nach. Sie verwies auf Berichte über Vorbereitungen der NATO auf eine Luft- und Seeblockade des Kaliningrader Gebiets. In der Erklärung der diplomatischen Vertretung heißt es:

"Russland wird bereit sein, sein gesamtes Arsenal, einschließlich Atomwaffen, zur Verteidigung seines Territoriums einzusetzen, wenn NATO-Staaten versuchen, das Gebiet Kaliningrad vom übrigen Teil des Landes zu isolieren."
Die Botschaft warnt zugleich vor einem hohen Risiko eines bewaffneten Zusammenstoßes. In einem solchen Szenario bestehe die Möglichkeit, dass Russland bereits in einem frühen Stadium des Konflikts Präventivschläge gegen Entscheidungszentren in NATO-Staaten führen könnte.
Als Beleg für die zunehmende militärische Konfrontation verwies die diplomatische Vertretung auf die NATO-Aktivitäten in der Region. Von Juni bis September 2026 hätten in Polen, Lettland, Litauen, Norwegen, Finnland und der Ostsee "nahezu ununterbrochen" NATO-Manöver mit antirussischen Szenarien stattgefunden. Die gemeinsamen litauisch-polnisch-französischen Militärübungen "Gallant Boar 2026" seien gezielt auf das Kaliningrader Gebiet ausgerichtet gewesen, betonte die Botschaft.
Darüber hinaus verwies die russische Seite auf die sogenannte Initiative zur "vorgeschobenen Abschreckung" des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Finnland und die baltischen NATO-Staaten hätten sich dieser Initiative entweder angeschlossen oder planten dies. Laut der Botschaft sehe sie die Stationierung französischer Atomwaffen auf dem Territorium dieser Staaten vor – also "vor der Haustür" Russlands.
Die zunehmende militärische Aktivität der NATO und der EU entlang der gesamten Westgrenze Russlands bezeichnete die russische Seite als Bedrohung für die nationale Sicherheit.
Gleichzeitig betont die Botschaft, dass Moskau keine militärische Invasion Europas plane und "keine Pläne, keinen Grund und keine realen Motive für eine Verschärfung der Lage mit Europa" habe. Die europäischen Staaten wurden aufgefordert, die Situation mit größtmöglicher Ernsthaftigkeit zu behandeln.
Weitere Warnungen aus Moskau
Die jüngste Erklärung aus Irland reiht sich in eine Reihe ähnlicher Warnungen russischer Vertreter ein. Bereits am 29. September hatte die russische Botschaft in Großbritannien erklärt, dass diejenigen, die eine Blockade Kaliningrads planten, sich keine Illusionen über die möglichen Folgen machen sollten. Zugleich betonte die diplomatische Vertretung, Russland werde auf militärische Aktionen Großbritanniens oder der NATO mit Waffen reagieren, darunter auch mit Atomwaffen.
Am 16. September hatte Außenminister Sergei Lawrow vor den Folgen eines möglichen Angriffs auf Russland gewarnt. Sollte Europa Russland angreifen, werde dies "ein ganz anderer" und "sehr kurzer" Krieg sein, so Lawrow.
Am 13. September erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow, Russland ergreife angesichts der Forderungen nach einer Ausweitung der NATO-Manöver nahe den Grenzen des Kaliningrader Gebiets alle notwendigen Maßnahmen zu dessen Sicherheit. Bereits am 26. Juli hatte Präsident Wladimir Putin betont, dass die Sicherheit des Gebiets Kaliningrad im Falle jeglicher Bedrohungen mit allen verfügbaren Mitteln Russlands gewährleistet werde.
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